streetart

„Was ist denn Streetart?“ Werde ich oft gefragt, wenn ich erzähle, was ich u.a. auf den Straßen Berlins so treibe und  fotografiere.

Streetart bzw. Straßenkunst ist eine zeitgenössische Form der Kunst im öffentlichen Raum.
Im Vordergrund steht die Ästhetik mit Einbringung in das urbane Stadtbild. Streetart ist nicht kommerziell.
Sehr oft an der Grenze zur Illegalität.

Für all die Menschen, die beginnen sich mit Streetart zu beschäftigen sind hier 3 Videos in Folge.
„Streetart-Ethnologin“ Katrin erkärt zusammen mit den Streetart Artisten Gould, Nele und Jonas ihre Standpunkte zum Thema und Studienarbeit: „Was ist Streetart und wie wird sie von der Umwelt wahrgenommen“.

Und wer es bis hierher geschafft hat, hier noch ein paar kleine Techniken der Streetart:

STENCIL

Stencil (englisch für Schablone) bzw. Schablonenkunst ist eine Bezeichnung für Graffiti, die mit Hilfe von Schablonen, durch die Farbe gesprüht wird, angebracht werden. Eher selten wird der französische Begriff  „Pochoir“ verwendet. Die Schablonen und deren Herstellung variieren von einfach bis kompliziert. Je nachdem wie oft man eine Schablone benutzen möchte, wählt man als Material zwischen Papier, Karton, Kunststoff oder dünnen Aluminium. Das Motiv wird auf das Material aufgetragen und die später sichtbaren Teile mit der Schere, dem Cutter oder einem Skalpell entfernt. Mit der fertigen Schablone wird das Motiv gemalt oder gesprüht.

SCRATCHING
Sratching ist eine spezielle Form von Streetart.
Um ein Scratching zu erschaffen bedarf es weder einer Sprühdose noch sonstiger Farben, denn diese Art der Graffiti bezeichnet das Zerkratzen von Oberflächen im öffentlichen Raum.
Seinen Ursprung hat Scratching in den U-Bahnen New Yorks, wo es etwa Mitte der 1990er Jahre unter Jugendlichen „in Mode“ kam. Bekannt ist wohl, das Glas- und Plastikoberflächen mit Hilfe von Werkzeugen, wie Messer, Steine oder sonstiges zerkratzt werden.
Mit Hilfe von Hammer, Meissel, Schlagbohrer und manchmal auch Farbe bekommen alte Gebäude wortwörtlich ein neues Gesicht. So auf jeden Fall ist es bei Vhils, einem Künstler, dessen Werk ich heute durch Zufall entdecken konnte. Er kratzt seine Arbeiten aus vorhandenem Putz heraus und schafft somit einen Kontrast zwischen Putz und roher Betonwand.

PASTE UP | PLAKAT
Paste Up. Darunter versteht man im Allgemeinen ein mit Kleister oder Leim aufgezogenes Plakat. Das Plakat ist ein bedruckter Papierbogen, der im öffentlichen Raum angebracht wird. Diese Art der Kunst fällt in die graue Zone der Gesetzesgebung, da die Plakate meist rückstandslos entfernt werden können und somit keine illegale Handlung darstellen.

CUT OUT
Das Cut Out ist ein umschnittenes Motiv. Das Trägermedium ist fast  immer Papier und wird analog zum Plakat mittels eines Klebstoffs auf der Wand angebracht. Die Größe eines Cut Outs variiert von sehr klein bis zu drei, vier Meter hohen Exponaten. Die Motive werden mit einem breiten Spektrum von Techniken aufgebracht. Häufig werden Cut Outs s/w kopiert, da es sich hierbei um eine preiswerte Reproduktionstechnik handelt. Die Kopien können dann per Hand koloriert werden.

SCHERENSCHNITT
Der Scherenschnitt, die Psaligraphie, ist ein kunsthandwerkliches Verfahren. Dabei wird Papier oder ein anderes planes Material mittels einer Schere oder einem Skalpell bearbeitet. Durch Umschneiden und Ausschneiden werden Flächen von und aus dem Papier entfernt. Die verbleibenden Papierflächen ergeben das Motiv. Die entstehenden Motive sind oft sehr fein und aufwendig geschnitten. Sehr präsent mit diesen Arbeiten ist die New Yorker Künstlerin Swoon.

DECOLLAGE
Die Decollage ist die Kunsttechnik des Plakatabrisses. Zur Anwendung kommt sie an jenen Orten, an denen durch das immer währende Übereinanderkleben von Plakaten diese zu zentimeterdicken Plakatschichten  angewachsen sind. Das Prinzip der Décollage besteht in dem Freilegen bzw. dem Abreißen der einzelnen Schichten der übereinander klebenden Plakate. Bildfragmente, Texte und Farbflächen verschiedener Plakate bleiben erhalten, wodurch sich bisweilen skurrile Effekte ergeben. Durch die
Reduktion des Abrisses entsteht das neue Bild.

ROLL ON
Das Roll On ist der direkte Farbauftrag mit Hilfe einer Malerrolle. Diese Technik entspringt der Graffiti Szene und wird benutzt, um bisher unerreichbare Orte zu bemalen. Mit Hilfe einer Teleskopstange lässt sich so die Wand in einer Höhe von zweieinhalb bis fünf Meter Höhe erreichen.

MURIAL
Das Murial ist ein Wandbild. Es unterscheidet sich von anderen Werken durch seine ernormen Ausmaße, durch die relevante Teile der Wand bedeckt sind. Es ist auch bekannt als Fassadenmalerei. In dieser Form handelt es sich meist um kommerzielle Aufträge; aber nicht immer. Diese Arbeiten sind sehr aufwändig und zeitintensiv.

KREIDEZEICHNUNG
Kreide ist die wohl harmloseste Variante, um seine Zeichen im Stadtraum zu hinterlassen. Gängig sind hierbei die Arbeiten mit weißer Tafelkreide. Seltener sind bunte Kreiden oder Pastell- und Ölkreiden anzutreffen.

KACHEL
Bei diesem Genre wird das Motiv auf die Kachel aufgebracht. Dies geschieht meistens durch Benutzen einer Schablone oder durch Siebdruck. Mit einem entsprechenden Kleber wird die Kachel an der Wand befestigt.

TAFEL
Genau wie bei der Kachel wird bei der Tafel das Motiv auf das Material aufgebracht. Hierbei handelt es sich meistens um Holz und holzhaltige Tafeln oder um Leinwände. Der Vorteil in dieser Technik besteht genau wie bei der Kachel darin, dass das Werk in Ruhe vollendet werden kann und auf der Straße nur noch angebracht wird. Dies geschieht durch Kleben oder Schrauben.

SKULPTUR
Skulpturen in der Street Art sind dreidimensionale Objekte, welche im Stadtraum installiert werden. Material und Form sind dabei keine Grenzen gesetzt. Der Übergang zur Installation ist oft fließend.

INSTALLATIONEN
Die Installation ist ein raumergreifendes Genre. Sie beschränkt sich nicht auf die Inszenierung eines Einzelobjektes wie bei der Skulptur, sondern sie bildet eine räumliche Inszenierung.

STICKER
Stickerkunst ist eine Form von Streetart, bei der Aufkleber im öffentlichen Raum angebracht werden. Der Aufkleber, auch Sticker genannt, ist in vielen verschiedenen Größen und Formen zu finden. Das Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Genres der Street Art ist hierbei, dass an dem Trägermaterial der Klebstoff bereits vorhanden ist und nicht, wie bei einen Cut Out, erst vor Ort  aufgetragen werden muss.

TAPE ART
Tape Art ist quasi das Gestalten von Kunstwerken mit Klebeband. Was damals mit Quadraten, Rechtecken und anderen geometrischen Formen begann, hat sich mittlerweile auf schon überdimensionale Größen entwickelt. Hier in Berlin fiel mir zum ersten Mal El Bocho damit auf, der das ganze Stattbad Wedding damit verzierte.

GRAFFITI ART
Bei Graffiti fällt wahrscheinlich sofort fast jedem ein, dass dies das „Geschmiere“ an den Häuserwänden ist. Begriffe wie Wild Style, Beat Street, New York…geistern sofort durch den Kopf.
Graffiti ist aber noch sehr viel mehr, gerne hier nachzulesen. Aber auch dies hier ist Graffiti. Graffiti-Art von MTO.

PAINTING
Painting ist klassische Malerei an Wänden, meist murial und daher sehr aufwändig. Oft auch anzutreffen in alten Fabriken. Siehe auch nächste Erklärung: Urbex-Graffiti.

URBEX GRAFFITI
Den Begriff Urbex Graffiti ist mir 2011 auch zum ersten Mal zu Ohren gekommen. Ich kann noch nicht einmal sagen, woher er kommt, wie er entstanden ist.
Fakt ist, das ich bei flickr eine Gruppe gefunden habe, wo die Graffiti zugeordnet werden, die aus alten, maroden Gebäuden stammen. Alte und verlassene Orte zu besuchen und zu fotografieren nennt sich Urban Exploring – auch kurz Urbex. Und daher hat irgend jemand diesen Namen wohl mal ins Leben gerufen.

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Aber auch Writing, Tags und Typografie gehören mit dazu.

Viel Spaß wünscht

URBAN ARTefakte


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