::: fuck you spoiled society :::
14. Juni 2012, 20:12
Filed under: 2010, Artist, BERLIN, Kreuzberg, Poster, STREETART, Typografie, unknown | Schlagwörter: ,

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Interview auf ekosystem

Original Interview (englisch) hier:

ekosystem blog

Mein Interview durch ZONENKINDER Collective auf ekosystem – hier auf deutsch:

WAS ICH SONST NOCH ERZÄHLEN MÖCHTE – VIELLEICHT AN ERSTER STELLE – BEVOR DIE FRAGEN KOMMEN, SO ALS EINLEITUNG, ALS INTRO:
Dadurch, das ich ja noch in Berlin wohne, kann ich mich nicht zu den wirklichen Hamburgern zählen, aber ich hoffe weiterhin, dies nicht aus den Augen zu verlieren. Gefühlt bin ich jedenfalls jeden Tag dort. Und das von ganzem Herzen! Ihr Hamburger werdet dies wohl ziemlich nachempfinden können ;o)
Ich habe bis jetzt dort sehr intensive und sehr schöne 2 Jahre verbracht und aus diesen Erfahrungen heraus möchte ich Euch die Fragen sehr gerne beantworten.

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1) DU BIST IN UNSEREN AUGEN EINE/R DER AMBITIONIERTESTEN URBAN ART / GRAFFITI FOTOGRAFEN/FOTOGRAFINNEN IN HAMBURG. BESCHREIBE BITTE DEINE MOTIVATION!
Ganz kurz: Meine Motivation ist die Leidenschaft und Liebe pur zur Streetart. Punkt.
Etwas länger: Ich fotografiere nicht alles und auch nicht jeden Künstler. Ich muss zugeben, ich fotografiere meist das, was mir gefällt, ob politisch, gesellschaftskritisch oder aber (für mich) sehr emotional ansprechende Werke mit Tiefgang. Dies war bei mir von Anfang an so und ich hoffe, es wird sich auch nicht ändern. Denn jedes Foto, was ich ablichte, steht in einem Bezug zu mir und zu meinen Nächsten, meiner Einstellung, meinen Gefühlen, Gedachten, Erlebten etc.
2011 durfte ich Hamburg zum ersten Mal näher kennen lernen, angefangen mit dem Gängeviertel, erweitert durch das Schanzen- und Karoviertel, Altona – was auch zu meinen persönlichen Hot-Spots wurde.
An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal ganz besonders bei meiner Freundin bedanken, die mir den Einstieg nach Hamburg dermaßen „versüßen“ konnte und mich sehr oft in Aufträgen etc. unterstützt und teilweise auch manchmal weiter gefördert hat. Das gehört auch zur Motivation dazu. Immer weiter machen, auch wenn es mal blöde Tage gibt. Denn Fotografie – Streetartfotografie ist mit sehr viel Arbeit verbunden. Und das brauch eben genau diese Motivation, immer weiter zu machen. Und das gelingt nur, wenn man die Leidenschaft dazu hat. Es ist wie in der Liebe: entweder man liebt es oder man lässt es.
Zwei Jahre konnte ich bis jetzt Hamburg sehr intensiv erleben und ich hoffe, bald wieder daran anknüpfen zu können. Spätestens im Sommer bin ich auf jeden Fall wieder dort!
Den Bezug zum Graffiti habe ich leider nie gefunden, obwohl ich damit schon ca. 2006 angefangen habe, zu fotografieren. Man verzeih es mir ;o)

Weiterhin: meine Motivation ist es, die Vergänglichkeit der Kunst auf den Straßen festzuhalten, dass diese auch nach dem Verschwinden weiterhin sichtbar bleibt – virtuell u.a. auf meinem Blog. Für alle Leser, Liebhaber, Kunstinteressierte. Außerdem mag ich mich gerne rückblickend an meine Fotos setzen, die Veränderungen der Künstler in ihren Werken zu sehen, ja – einen Charakter darin wieder zu finden.
Mit den Menschen in Kontakt zu kommen, ihre Geschichten zu hören. In dieser kurzen Zeit ist es mir gelungen, soviele Kontakte zu knüpfen, wie es mir in Berlin in den ganzen Jahren nie gelungen ist. Und dann macht das richtig Spaß. Und dann „knipst“ man nicht einfach Fotos für die Festplatte, dann hat das alles auch ein sehr gutes Gefühl!

Bei Ausstellungen bin ich z.B. fast nie zu sehen, weil Streetart – wie der Name schon sagt, Kunst ist, die auf der Straße ist und ich Kunst auf der Straße fotografiere. Es gibt natürlich aber auch mal Ausnahmen – wie es z.B. die RYC 2012 war.

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2) ALS FOTOGRAF/IN DOKUMENTIERST DU DAS (KUNST)GESCHEHEN AUF DER STRASSE: WELCHE AKTUELLEN TENDENZEN LASSEN SICH BESCHREIBEN?
Für Tendenzen war ich wohl in Hamburg „zu wenig“ mit meinen über 600 Fotos unterwegs. Aber was auf jeden Fall sichtbar ist, dass die Streetart/Urbanart/Installationen etc. mit den tagesaktuellen Themen, die in der Welt passieren, mit geht. Mein Empfinden. Sehr gut auch immer zu finden in der Schanze 😉
Um Tendenzen erkennen zu können, muss man länger als 2 Jahre in Hamburg unterwegs gewesen sein. Ich weiß nicht, ob es kontraproduktiv ist, aber ich kann z.B. in Berlin jetzt erst Tendenzen erkennen. Nach 3-4 Jahren Fotografie.

3) WENN URBAN ART / GRAFFITI-LIEBHABER NACH HAMBURG KOMMEN: WELCHE SPEZIELLEN GEBIETE/STADTTEILE EMPFIEHLST DU IHNEN?
Natürlich kann ich an erster Stelle nur das empfehlen, was ich selber kennen gelernt habe. Und als erstes wäre das das Gängeviertel. Nicht zu vergessen das Schanzen- und Karoviertel. Natürlich gibt es in der ganzen Stadt Streetart, aber dann nicht so vermehrt. Also immer Augen auf 🙂
Selbst von Barmbek-Süd, Wilhelmsburg, am/im Hafen und in der Hafen-City, Bergedorf weiß ich von Streetart und Graffiti oder habe auch Fotos…Aber im Großen und Ganzen – einfach St. Pauli! So wie ich gerade erfahren musste, fällt für 2013 das STAMP-Festival aus, aber dies ist u.a. auch ein guter Anlaufpunkt, wenn man außer der Streetart auch noch die Künstler sehen möchte. 2014 ist also auch noch ein Jahr 🙂
Ansonsten für die Straße ein kleiner Tipp von mir; ich sage immer: „Streetart ist wie Pilze suchen. Wo einer ist, sind auch mehrere“ 😉

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Liebe Grüße, URBAN ARTefakte

Das Interview wurde im März 2013 geschrieben und im April 2013 von Zonenkinder Collective auf Ekosystem veröffentlicht. Aus meiner Freundin ist Ex-Freundin geworden und leider auch noch nicht mal mehr Freundin. Hat sich einfach aus meinem Leben geschlichen. Trotzdem möchte ich diesen Text weiterhin so belassen und keine Änderung vornehmen lassen wollen. URBAN ARTefakte




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